Der Umwelt- und Klimaschutzbeirat (UKBR)

Mitglieder des UKBR v. l. n. r. Andreas Ott, Jens Pätsch (Unterstützer), Evelyn Hauck, Jens Klose, Dr. Jürgen Hille. Nicht dabei: Sylvia Rasch, Hagen Wallburg. Foto von E. Hauck

Veröffentlichungen des UKBR

Beiträge im Eichwalder Boten

Eichwalder Bote 03/2025

Blätter, Bürde, Bodenleben – Ein (er)neu(t)er Blick aufs Laub

„Die Gemeinde Eichwalde unterstützt die Eigentümer bei der Laubentsorgung der Gehwege und Bankette.“

Dieser Satz stammt aus der Straßenreinigungssatzung der Gemeinde Eichwalde vom 01.09.2020.

Was auf dem Papier eindeutig klingt, ist in der Praxis oft deutlich komplexer. Die Unterstützung durch die Gemeinde kann sich – wie in vielen anderen Kommunen auch – von Jahr zu Jahr je nach Situation, Haushaltslage oder Witterung verändern.

Grundsätzlich ist die Gemeinde zuständig für sichere Gehwege und Straßen, doch sie kann die Reinigungspflicht – wie beim Winterdienst – auch auf die Anlieger übertragen. Während Schnee meist innerhalb weniger Tage verschwindet, stellt das alljährlich fallende Laub eine wiederkehrende Herausforderung dar.

In der Vergangenheit hat die Gemeinde verschiedene Modelle zur Laubentsorgung angewandt: kostenlose Laubsäcke, zentrale Abholaktionen oder Sonderregelungen bei starkem Befall – etwa durch die Kastanienminiermotte. Trotzdem herrscht häufig Unsicherheit: Wer ist für welches Laub zuständig? Was darf wohin gefegt werden? Und was passiert, wenn das Laub mit Rasenschnitt vermischt ist?

Hinzu kommt: Nicht alle Haushalte verfügen über die nötigen Mittel – sei es ein Fahrzeug mit Anhängerkupplung, ausreichend Platz für einen Komposthaufen oder die körperliche Verfassung, um regelmäßig zu kehren. Außerdem macht Eichwalde seinem Namen alle Ehre: Alte, große Laubbäume, wie Eichen, prägen unser Ortsbild – was ökologisch wertvoll, aber praktisch herausfordernd ist, etwa wenn es darum geht festzustellen, welcher Laubfall von den Straßenbäumen stammt und welcher von Bäumen auf Privatgrundstücken.

Klar ist: Die Regelungen rund um die Laubentsorgung sind ausbaufähig. Deshalb arbeitet die Gemeinde derzeit an einer Neufassung der Satzung sowie an langfristigen Konzepten zur zukünftigen Organisation der Laubentsorgung. Bis zur Umsetzung dieser Maßnahmen – einschließlich möglicher Ausschreibungen – wird es allerdings noch etwas Zeit benötigen.

Dr. Jürgen Hille, Mitglied im Umwelt- und Klimaschutzbeirat Eichwalde, empfiehlt: „Um allen Ärgernissen aus dem Weg zu gehen, sollte man eine Komplettlösung anstreben, um dem Streit um einzelne Blätter zu entgehen. Zum Beispiel durch den Einsatz eines Unimog mit Grünpflegekopf.“

Dr. Jürgen Hille,
Mitglied im Umwelt- und Klimaschutzbeirat

Parallel zu den konzeptionellen und rechtlichen Überlegungen lohnt es sich zudem, einen ganzheitlichen und zukunftsorientierten Blick auf das Thema zu werfen. Laub ist nämlich nicht nur ein „Problemstoff“, sondern auch eine wertvolle Ressource für das ökologische Gleichgewicht, die Bodenqualität und die Klimaanpassung.

Aus Sicht des Umwelt- und Klimaschutzes gibt es mehrere sinnvolle Ansätze, die auch in Eichwalde geprüft und berücksichtigt werden könnten:

  • Laubkompostierung fördern: Einige Gemeinden unterstützen lokale Kompostierungsprojekte oder bieten Schulungen zur fachgerechten Laubkompostierung an. Dies kann auch in Eichwalde perspektivisch ein Baustein sein.
  • Laub als Lebensraum und Mulch nutzen: In Gärten, unter Hecken oder auf Beeten kann Laub als natürlicher Mulch dienen. Es schützt den Boden, speichert Feuchtigkeit und fördert ein gesundes Bodenleben – ganz im Sinne des natürlichen Nährstoffkreislaufs.
  • Laub liegen lassen, wo es nicht stört: An ausgewählten Stellen (etwa auf weniger frequentierten Grünflächen) kann Laub bewusst liegen bleiben. Dort bietet es Unterschlupf für Insekten, Igel und andere Tiere, unterstützt die Humusbildung und spart Transport- und Entsorgungskosten. Diese „passive Verwertung“ ist ökologisch wertvoll und kann Teil eines nachhaltigen Pflegekonzepts sein.
  • Kooperative Modelle mit Bürger:innen: Einige Kommunen fördern die Zusammenarbeit zwischen Gemeinde und Bevölkerung durch gezielte Informationskampagnen oder kleine Anreize. Auch Eichwalde könnte solche Formate erproben, um das Thema gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern weiterzuentwickeln.

Wie geht es weiter? In den kommenden ein bis zwei Jahren wird die Gemeinde ein überarbeitetes Konzept zur Laubentsorgung erarbeiten – fachlich fundiert, transparent und möglichst nachhaltig. Dabei sollen auch Umwelt- und Klimaschutzaspekte stärker berücksichtigt werden. Bis dahin bitten wir um Geduld – und laden Sie herzlich ein, eigene Ideen oder Erfahrungen einzubringen.

Anna Reinhard
Klimaschutzmanagerin der Gemeinde


Der Kunstomat in der Bahnhofstraße wird wieder bestückt

Der Umwelt- und Klimaschutzbeirat fängt im September wieder damit an, ihn mit Blumenzwiebeln zu bestücken. Denn es ist weiterhin für alle Naturliebhaber eine Augenweide, wenn schon im Februar die ersten Frühblüher, wie Winterlinge, Schneeglöckchen und Krokusse, die Flächen auf Plätzen und am Straßenrand mit Farbe versehen und man die ersten Bienen beim Besuch der Blüten beobachten kann.

Vielleicht fallen Ihnen aber auch noch Ideen ein, wie der Kunstomat weiter genutzt werden kann. Mit der „Kunst“ hatte es ja mal begonnen! Aber in den kleinen Schachteln könnten ja auch noch andere Überraschungen versteckt werden.

Evelyn Hauck (Umwelt- und Klimaschutzbeirat),
Barbara Winter (Kind & Kegel e.V.)


Information des Umwelt- und Klimaschutzbeirats und der Bauverwaltung zur Pflege unserer Straßenbäume

1) Bekämpfung der Kastanienminiermotten

Auch in diesem Sommer sind an unseren Rosskastanien wieder die braunen Fraßspuren der Larven der Rosskastanien-Miniermotte zu sehen. Sie führen zu einem vorzeitigen Abwurf der Blätter und schwächen dadurch diese Bäume.

Sie können diesen Bäumen helfen, indem Sie das befallene Laub der Rosskastanien getrennt von anderem Grünschnitt sammeln, da sich im Laub die Puppen der nächsten Mottengeneration befinden. Diese würden sonst im nächsten Jahr die Bäume neu befallen.

Entsorgen Sie bitte das Kastanienlaub auf keinen Fall auf dem eigenen Kompost!
Dort würden die Puppen überwintern, während in genehmigten Kompostierungsanlagen Temperaturen von 60 Grad erreicht werden, die die Larven abtöten.

2) Anbringung von Wassersäcken an Straßenbäumen

Die Anfrage eines Bürgers aus der Friedenstraße wurde von Herrn Hübner von der Bauverwaltung wie folgt beantwortet:

„Grundsätzlich freuen wir uns über jede Wassergabe an unseren Straßenbäumen. Wenn die Wassersäcke nicht dauerhaft an einer Stelle des Stammfußes stehen, ist diese Variante der Wassergabe sinnvoll. Sollte der Sack nicht regelmäßig versetzt werden, entsteht am Stammfuß Staunässe. Das sorgt für eine Verdichtung des Stammfußes an dieser Stelle. Daher ist es notwendig, den Standort des Wassersackes zu verändern.“

3) Bewuchs der Linden

Viele Bürger:innen stören sich daran, dass ihre Lindenbäume so viele Wasserschösslinge am Stamm bilden. Aber warum bildet der Baum Stockaustriebe?

„Der Baum reagiert damit auf Einflüsse von außen: Schnittmaßnahmen, Verletzungen oder Absterben von einzelnen Kronenteilen. Die Stockaustriebe dienen der Regeneration und Lebenserhaltung des Baumes. Im Sommer schützen die Stamm- und Stockaustriebe den Stamm und Stammfuß vor direkter Sonneneinstrahlung.“

Wann werden die Stamm- und Stockaustriebe entfernt?

„Eine Entfernung ist nur notwendig, wenn die Verkehrssicherheit nicht mehr gewährleistet werden kann.
Das heißt: Ist die Sicht in Kreuzungsbereichen oder eine Nutzung des Gehweges nur eingeschränkt möglich, werden die Stamm- und Stockaustriebe aufgrund der Verkehrssicherheit entfernt.“

Evelyn Hauck (UKBR),
Sebastian Hübner (Bauverwaltung)

Eichwalder Bote 02/2025

Ganzjährige Hilfe für unsere Vögel

Unsere gefiederten Gartenbewohner sind, gerade in der aktuellen Brutsaison, auf unsere Mithilfe angewiesen.
Mittlerweile sind viele Gärten „aufgeräumt“ und dadurch leere Speisekammern. Auch aufgrund der diesjährigen Trockenheit hat das Angebot an natürlichen Nahrungsquellen (Insekten) einen Tiefpunkt erreicht.
Aktuell sind vor allem Eiweiße besonders wichtig für unsere Gartenbewohner. Spezielle, fettarme Futtermischungen im Fachhandel und Lebendfutter können ebenso wie zuvor aufgetaute Gefrierware oder getrocknete Insekten angeboten werden. Die Insekten-Leckerbissen sollten den Vögeln dann in begrenzter Menge in offenen Behältern mit gerader und glatter Innenseite angeboten werden. So kann das Futter nicht herauskriechen und ist für die Vögel gut sichtbar.

Wir danken Ihnen für Ihre Mithilfe!

Andreas Ott
Mitglied des Umwelt- und Klimaschutzbeirates


Was lange währt – wird endlich gut – oder: Da wiehert das Amtsschimmel

Das Thema Belastung durch Autoabgase, und dabei insbesondere die Belastung durch Feinstaub und Stickstoffdioxid, bewegt in Eichwalde immer noch eine Vielzahl von Menschen.

Diese Abgase entstehen zum Beispiel, wenn Autos mit laufendem Motor am Straßenrand stehen oder wenn sie an unseren beiden Bahnübergängen auf das Öffnen der Schranken warten.

Besonders problematisch ist hierbei: An den geschlossenen Schranken warten in der Regel auch viele Erwachsene und Kinder, die diese Abgase einatmen müssen.

Daher hatte der Umweltbeirat schon im Frühjahr 2024 angeregt, an den Bahnübergängen Friedensstraße und Waldstraße Schilder mit dem Hinweis „Bei geschlossener Schranke Motor aus“ anzubringen. Wie bei vielen guten Ideen steckte auch hier „der Teufel im Detail“: Zu Beginn ging es zügig voran: Das Eichwalder Tiefbauamt hatte schon nach fünf Tagen die entsprechenden Schilder hergestellt und die Aufgabe übernommen, sie kurzfristig anzubringen.

Im Juli 2024 wurden die Schilder dann am Bahnübergang Waldstraße sowohl auf der Eichwalder als auch auf der Berliner Seite installiert. Jedoch: Die Schilder am Bahnübergang Friedensstraße ließen auf sich warten. Etwa drei Monate später informierte die Gemeindeverwaltung den Umweltbeirat, dass die „Bei geschlossener Schranke Motor aus“-Schilder am Bahnübergang Friedensstraße bei der Kreisverwaltung beauftragt, aber noch nicht geliefert wurden. Die Friedensstraße sei nämlich eine Kreisstraße und keine Gemeindestraße; folglich sei die Eichwalder Gemeindeverwaltung gar nicht zuständig. Aus bestimmten Gründen könne die Kreisverwaltung das Anbringen dieser Schilder nicht an die Gemeindeverwaltung delegieren, sondern müsse sie selber installieren.

Nachdem im Februar 2025 – also neun Monate später – die Hinweisschilder am Bahnübergang Friedensstraße immer noch nicht montiert waren, nahm sich die Leiterin der Bauverwaltung Eichwalde dieser Sache an und fragte in der Kreisverwaltung nach. Ihre Hartnäckigkeit war erfolgreich: Endlich, ca. ein Jahr nach der Beschlussfassung durch den Umweltbeirat, kann der Abschluss der Aktion vermeldet werden: die Schilder am Bahnübergang Friedensstraße „Bei geschlossener Schranke Motor aus“ sind endlich montiert!

Wir appellieren an alle Kfz-Verkehrsteilnehmenden, vor der geschlossenen Schranke etwas Gutes für die Umwelt und die Mitmenschen zu tun – und für die Wartezeit den Motor auszuschalten!

Sylvia Rasch, Mitglied im Umwelt- und Klimaschutzbeirat (UKBR)


Eichwalde hat aufgeräumt!

Trotz kühlem Wetter haben sich am Vormittag des 15. März 2025 wieder zahlreiche Einwohnerinnen und Einwohner aufgemacht, um die öffentlichen Gehwege und Plätze in unserem schönen Eichwalde von Papier, Flaschen, Plastik und sonstigem Müll zu säubern.

Die meisten Teilnehmenden fanden sich gut organisiert und bestens ausgerüstet am Eichenpark-Stadion ein.

Eine zweite Gruppe traf sich am Marktplatz und verteilte sich nach einer kurzen Begrüßung einzeln oder in Gruppen über die anliegenden Straßen zum Sammeln.

Weit musste man nicht gehen, um insbesondere auf dem Weg zum Bahnhof seine Tüten voll zu bekommen.

Es ist uns wieder aufgefallen, dass unsere rauchenden Mitbürgerinnen und Mitbürger offensichtlich die Straßen als großen Aschenbecher für ihre Zigarettenkippen benutzen.

Eine einzige Zigarettenkippe kann 1000 Liter Wasser mit 24 Mikrogramm Nikotin vergiften. Unsere Gemeinde bezieht ihr Trinkwasser aus eben diesem Grundwasser, welches je nach Verunreinigung, kostenintensiv aufbereitet werden muss. Die Kosten tragen wir alle.

Als Umwelt- und Klimaschutzbeirat appellieren wir an alle Raucherinnen und Raucher, ihre Kippen in einem Taschenaschenbecher mit nach Hause zu nehmen und dort im Restmüll zu entsorgen, nicht auf dem Kompost. Nach zwei Stunden wurden die vollen Müllsäcke wieder eingesammelt und zuverlässig von Herrn Hübner von der Bauverwaltung zum Betriebshof zur weiteren Entsorgung gebracht.

Vielen Dank allen Beteiligten für Ihr Engagement und die damit verbundenen Gespräche.

Ihr Umwelt- und Klimaschutzbeirat

Unser nächster Müllsammeltag wird am 20. September 2025 stattfinden.


Eichwalder Bote 01/2025

Der Umwelt- und Klimaschutzbeirat informiert: Steckbrief „Baum-Hasel“

Im November 2024 sind in der Grünauer Straße vierzehn neue Bäume der Pflanzenart„Baum-Hasel“ (Corylus colurna), auch Türkische Haselnuss genannt, gepflanzt worden.

Die Baum-Hasel ist ein langsam wachsender, mittelgroßer Baum, der sich durch eine außerordentliche Toleranz gegenüber Dürre auszeichnet. Seine zahlreichen Haselnüsse sind essbar und dienen auch unseren Eichhörnchen als zusätzliche Nahrungsquelle.

Der Umwelt- und Klimaschutzbeirat hat die neu gepflanzten Bäume beschriftet, damit sich alle Einwohnerinnen und Einwohner über diese neuen Arten informieren können.

Durch den Klimawandel sind unsere vertrauten Baumarten (z.B. Eichen, Rosskastanie, Linden) gefährdet, so dass diese Bäume nicht mehr als Alleebäume, sondern nur noch mit anderen robusteren Arten gemeinsam gepflanzt werden können.


Protokolle der Sitzungen des UKBR

Umweltberichte